History

Sissi in Genf

Sie war schön, reich und die bedeutendste Influencerin ihrer Zeit. Zurück von einem Stadtbummel sollte es am Quai du Mont-Blanc mit dem Schaufelraddampfer Genève zurück nach Montreux gehen. Doch dazu kam es nicht mehr. Erst dachte sie, der unhöfliche Mann eben hätte sie nur angerempelt. Doch sie war kaum an Bord des Schiffes, da bemerkte sie, dass sie blutete. Kurz darauf verlor sie das Bewusstsein …

Sissi Statue am Genfer See
Sissi-Statue an der Uferpromenade in Genf. Quelle: Foto im Beitrag ganz oben ©Hotel Beau-Rivage

Sissi, die Kaiserin unter den Influencerinnen


Sie trug Couture aus Paris, trieb Sport in ihrem eigenen Fitnessraum und brachte Glanz an die verstaubte Wiener Hofburg. Diese Kaiserin war ihrer Zeit weit voraus.

Madeira, Meran, Korfu, Kairo, die Côte d´Azur … Sissi bereiste die ganze Welt und bewohnte die prächtigsten Schlösser. Jede Gelegenheit, dem strengen Wiener Hofzeremoniell zu entkommen, war ihr Recht. Ihre Kleider ließ sie in Paris maßschneidern. Berühmt für ihre Wespentaille verbrachte sie die Tage in Wien mit Turnen in dem eigens für sie in der Hofburg eingerichteten Fitnessraum oder ging reiten. Die Welt bewunderte sie für ihre Schönheit. Dabei achtete die Kaiserin auf ihre Ernährung und hielt streng Diät. Sie unternahm stundenlange Gewaltmärsche, begleitet von einer Kutsche, die die stets ermatteten Hofdamen unterwegs einsammeln musste.

Als sie zu einem vierwöchigen Kuraufenthalt in die Schweiz aufbrach, hatte sie die Zeit des Posens und Fotografierens allerdings hinter sich gelassen und verbat sich jegliche Form des Porträtierens. In der Öffentlichkeit sah man sie nur noch selten. Und wenn dann nur mit einem Schleier oder Fächer, den sie sich schützend vors Gesicht hielt. Die 60-jährige Kaiserin wollte, dass man sie jung und schön in Erinnerung behielt. Sie zog sich immer weiter zurück und schrieb melancholische Gedichte. In der Nähe von Montreux genoss sie die Abgeschiedenheit, weit weg von dem verhassten Wien.

Der Schaufelraddampfer MS Geneve
Der älteste Schaufelraddampfer auf dem Genfer See: Die MS Genève, heute Restaurant.

Im Genfer Hotel Beau-Rivage hatte sie inkognito eingecheckt. Doch ihre Anwesenheit am Genfer See hatte sich da schon herumgesprochen. Am Abend des 9. September 1889 hatte sie ein extravagantes Abendessen mit Champagner bei der Baronin Rothschild genossen. Der Kaiserin schien der Aufenthalt in der Schweiz gut zu bekommen, sie wirkte wie aufgeblüht. Am nächsten Morgen stand ein Bummel durch Genf auf dem Programm. Sissi kaufte einen Musikautomaten und Platten für ihre Enkel, aß Eis in einer Konditorei und kaufte Bonbons.

Auf dem Weg zum Anlagesteg rempelte sie ein Mann unsanft an. Was Sissi zuerst für einen harmlosen Stoß hielt, erwies sich als tödliches Attentat. Der italienische Anarchist Luigi Lucheni hatte die Kaiserin mit einer spitzen Feile attackiert. Nachdem sie kurz darauf auf dem Schiff das Bewusstsein verloren hatte, wurde sie zurück in ihre Hotelsuite gebracht. Der eintreffende Arzt konnte jedoch nichts mehr für sie tun. Sissi starb am selben Tag. Heute erinnert in Genf eine Statue an die Kaiserin – Mythos für strahlende Schönheit.

Ihr wollt mehr über die Legend of Sissi erfahren und einmal wie eine Kaiserin am Genfer See residieren? In der 125 qm großen Sissi-Suite des Hotels Beau-Rivage erwartet Euch neben viel Nostalgie (sogar der Original-Spiegel, in den Sissi geblickt hat), Luxus und Komfort von heute, ein Wellness-Bad mit Jacuzzi und Hamam sowie eine private Terrasse mit kaiserlichem Blick auf den Genfer See.

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